Vogalonga 2018

20 Mai 2018
Thomas Stabenow

Nach einer Anfrage der Hanseaten aus Hamburg reifte der Entschluss, zur Vogalonga nach Venedig zu fahren. Die Vogalonga (das lange Ruder, ursprünglich eine Ruderveranstaltung) ist eine Veranstaltung, die 1975 als Demonstration für den motorlosen Verkehr und gegen die Verschmutzung von Venedigs Lagune ins Leben gerufen wurde und jedes Jahr zu Pfingsten stattfindet. Inzwischen nehmen rund 10.000 Ruderer, Paddler und Gondolieri in ca.2.000 Booten an der Veranstaltung teil.

Die Organisation übernahm Thomas F. aus Hamburg und so fanden sich neben 12 Berlinern noch weitere 24 Paddler/innen aus Hamburg, Witten, Ulm, Halle und Lohr, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Nun begann die Vorbereitung unserer Anreise, Buchung der Unterkunft und die Organisation des Shuttles etc.
Vielen Dank an Anke für die Buchung unserer Flüge.

Die nächste Aufgabe bestand darin, alle Teilnehmer zum Training ins Boot zu bekommen. Leider verzögerte sich der Trainingsstart aufgrund des Wetters auf Ende März. Doch die meisten folgten dem Aufruf und beteiligten sich rege am Training. Auch einige Mitglieder, die schon lange nicht mit im Boot saßen, fanden wieder Spaß am Paddeln.

So verging die Zeit relativ schnell, sodass die Ersten (Anke, Nici, Silke, Claudia, Carsten und ich) am 17.05.2018 in Schönefeld ins Flugzeug stiegen und ohne Verspätung und herrlichem Blick auf Venedig in Italien landeten. Zur Mittagszeit trafen wir an unserem Campingplatz Ca‘ Savio ein und bezogen schnell unsere angemieteten Bungalows. Am Freitag sollten dann noch Conny, Maritta, Katrin, Eberhard, Bubi und Karsten folgen.
Unsere Freunde aus Hamburg reisten schon einen Tag früher an. Auch die Boote, transportiert von Thomas, waren schon vor Ort. So gingen wir gemeinsam unsere erste Pizza und Pasta essen. Am Abend trafen wir uns dann zum Kennenlernen der ebenfalls frisch angereisten anderen Teilnehmer im extra errichteten Mannschaftszelt, wo wir uns an den kommenden Tagen auch zum gemeinsamen Frühstück trafen.

16 Objekt(e)
Am Freitag war dann schon die erste Ausfahrt geplant und so stiegen alle, die Lust hatten, ins Drachenboot. Die Tour führte uns über die Lagune direkt in die engen Kanäle Venedigs. Unser Steuermann vollbrachte in den engen Häuserschluchten wahre Glanzleistungen. Bei einer Pause, bei der auch gleich die Startunterlagen für die Vogalonga abgeholt wurden, hatten wir nun noch die Möglichkeit, Venedig kurz zu Fuß zu erkunden. Ein drohendes Gewitter ließ uns dann aber wieder schnell die Heimfahrt antreten. Mit einem ausfahrenden Kreuzfahrtschiff im Rücken und über das durch zahlreiche Schiffe aufgewühlte Wasser kamen wir dann wieder gut an unserer Anlegestelle an. Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass es abends wieder Pizza und Pasta gab – nicht zu vergessen den leckeren Lambrusco.

Am Samstag teilte sich dann die Sightseeing-Gruppe. Die einen erkundeten Venedig und die anderen machten Inselhopping und besichtigten Murano und Burano. Wie für Venedig üblich, erledigten wir die Überfahrten mit den zahlreichen Schiffslinien.

Nun war es auch schon fast so weit. Wir trafen uns am Samstagabend zur Ausgabe der Eventshirts, Startunterlagen und Bootseinteilung am Teamzelt. Dort gab es dann auch Hinweise zum Ablauf am nächsten Tag. Es war nämlich zeitiges Aufstehen angesagt und so sollte uns unser Wecker schon um 5 Uhr aus dem Schlaf reißen. Nachdem alle durchs Bad waren und schnell gefrühstückt hatten, ging es dann auch schon zu den Booten.

Um 7:30 Uhr war Boarding und so fuhren zwei gelbe Drachenboote von Hanseat Hamburg, beflaggt mit Hanseat- und Borussen-Fahne hinaus in die Lagune. In unserem Boot saßen ausschließlich Hamburger und Berliner. Jetzt ging es los und wir fuhren die 8km lange Strecke bis Venedig mit anderen Drachenbooten, Kajaks und Ruderbooten zum Startplatz der Vogalonga, dem Markusbecken direkt vor dem Markusplatz. Unzählige Boote, zum Teil geschmückt mit kostümierten Leuten, Großgondeln mit lauter Musik und muskelbetriebene Boote aller Art warteten bei herrlichem Wetter auf den Kanonenstartschuss um Punkt 9:00 Uhr.

Die 44. Vogalonga war gestartet und die Massen machten sich auf den Weg auf den 36 km langen Rundkurs. Wir wurden bei der Durchfahrt der Inseln von zahlreichem Publikum bejubelt. Unvorstellbar, wie viele Boote dort unterwegs waren. Das Highlight sollte jedoch noch auf uns warten. Die Einfahrt nach Venedig in den Canale di Cannaregio, der dann in den Canale Grande mündet. Es erwartete uns ein unvorstellbares Chaos, denn die Zufahrt ist ein reines Nadelöhr, in das viele Boote versuchen, als erstes durchzukommen. Dabei stellten sich besonders die Ruderboote als problematisch heraus. Schwimmer versuchten das Knäuel aus Booten zu entwirren. Nach knapp einer Stunde, dem Verlust des Drachenschwanzes und zahlreichen Lackspuren hatten wir die Engstelle hinter uns gelassen. Vorbei an Beifall spendendem Publikum und zahlreich besetzten Brücken ging es hinein in den Canale Grande, durch die Rialto Brücke hinein ins Ziel. Dort konnten wir dann unsere Medaillen in Empfang nehmen.

Nach einstündiger Pause in Venedig ging es dann erschöpft aber glücklich zurück zu unsrem Ausgangspunkt. Nun mussten noch die Boote verladen werden, ab unter die Dusche und dann zum gemeinsamen Abendessen ins Restaurant, um die Erlebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen.

Auch am nächsten Tag trennte sich unsere Reisegruppe. Die einen starteten wieder zur Sightseeingtour, und andere relaxten in der Sonne und genossen ihren Urlaub. Am Abend fanden wir uns dann wieder in lustiger Runde zusammen und beendeten den Abend erst weit nach Mitternacht. Den folgenden Tag begannen wir dann eher ruhig. Einige brachen nun schon nach Hause auf und andere wollten noch einmal Venedig erkunden. Leider war Petrus nicht auf unserer Seite und schickte uns reichlich Regen, der jedoch zur Mittagszeit nachließ. Also machten wir uns mit der Fähre auf nach Venedig. Noch einmal Markusplatz, Basilika, Rialto- und Seufzerbrücke. Wir genossen die Aussicht über den Dächern von Venedig und gönnten uns italienische Spezialitäten und internationales Bier.

Der Abschluss sollte dann eine 40-minütige, stimmungsvolle Vaporettofahrt (Wasserbus) durchs nächtliche Venedig zurück zu unserem Fähranleger sein. Der letzte Abend wurde dann wie gewohnt mit leckerem Lambrusco beendet. Nach kurzer Nacht, einem letzten gemeinsamen Frühstück und der Verabschiedung der Hamburger endete unsere Reise mit der Fahrt zum Flughafen.

Vielen Dank an Thomas F. für die tolle Organisation. Du hast uns eine unvergessliche Reise beschert.

Wir wurden täglich mit frischen Brötchen und Kaffee verwöhnt. Vielen Dank, liebe Britta.

Und letztendlich vielen Dank an alle, die dabei waren und die Reise zu dem gemacht hat, was sie war.

Mit Euch jederzeit wieder.
Liebe Grüße Ingo